Retrospektive Hamburger Filmemacher Cooperative14. Oktober bis 12. November 2016

Fortsetzung der RETROSPEKTIVE / FILMREIHE

Hamburger Filmemacher Cooperative Langfilme (1968-71)

 

DIE HAMBURGER COOPERATIVE UND DAS ANDERE KINO

Im letzten Herbst haben wir eine umfangreiche Retrospektive zur Hamburger Filmmacher Cooperative [1968-1972] durchgeführt, die im Wesentlichen aus Kurzfilmen bestand. An diese Retrospektive knüpft die jetzige Filmreihe mit sechs Programmen mit längeren und langen Filmen an.

Eine fragwürdige Erweiterung

Die Erweiterung ist insofern etwas irreführend, als sie sich vom Zentrum Hamburg entfernt – kein einziger Hamburger Film ist in der Auswahl vertreten – und daher auf den ersten Blick abwegig erscheinen könnte.

Doch die Hamburger Cooperative, – als Verleih für unabhängige Filme und als Veranstalter der Hamburger Filmschauen – war ja keineswegs auf die Hamburger Szene beschränkt.

Langfilme waren in der Cooperative allerdings die Ausnahme, denn sie waren wegen der höheren Kosten im Grunde nur als Koproduktionen mit einer Fernsehanstalt zu realisieren. Dem Fernsehen standen die meisten, vor allem die Hamburger, aber eher feindselig gegenüber – auch wenn das Fernsehen damals experimentierfreudiger schien als das Kino. Aber die Freiheit war im Kurzfilm in jedem Fall größer. Mehr Möglichkeiten für längere Experimente gab es auch an den Filmhochschulen, in München, Berlin oder Ulm. In Hamburg gab es nur die kleine, experimentell ausgerichtete und eher mittellose Filmklasse an der Hochschule für Bildende Künste HfBK.

Zwei der wenigen Langfilme aus Hamburg zeigten wir in der letztjährigen Retrospektive: Kurt Rosenthals VON DER REVOLTE ZUR REVOLUTION (1968) war ein persönlicher, vor allem auch finanzieller Kraftakt gewesen, allerdings in Gang gesetzt durch eine Gemeinschaftsaktion.

Hellmuth Costards DIE UNTERDRÜCKUNG DER FRAU IST VOR ALLEM AM VERHALTEN DER FRAUEN SELBER ZU ERKENNEN (1969) war dessen erste TV-Koproduktion gewesen (WDR).

Hier sollen nun weitere lange und längere Filme, gezeigt werden, ein ganzer Fächer verschiedenster Ansätze. Schon aufgrund der Länge sind hier gegenüber den kurzen Filmen andere Inhalte und Wirkungen möglich, etwa wenn eine nicht auf Handlung beruhende Erzählweise in Spielfilmlänge – und darüber hinaus – entwickelt wird.

Die Filme bzw. die Filmemacher/ innen standen alle in Beziehung zur Hamburger Cooperative, allerdings nicht in der exklusiven und engen Weise, wie es bei vielen Kurzfilmen der Fall war, für die die Cooperative tatsächlich die einzige Verbreitungsmöglichkeit darstellte – vor allem wenn nur eine einzige Filmkopie vorhanden war. Als Langfilme hatten sie auch größere Chancen, außerhalb der Undergroundszene wahrgenommen zu werden.

Im Flyer zur Filmreihe findet sich eine Übersicht aller Veranstaltungen.

 

Die Retrospektive wird freundlicherweise gefördert vom Kulturbüro der Stadt Hannover, von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und vom Astor Grand Cinema.