Hochverehrtes Publikum!
Liebe alte und neue Gäste des Kino im Sprengel!

Am 8. Mai 1988 erlebte die Nordstadt einen denkwürdigen Abend. In einem leerstehenden Trakt des ehemaligen Schokoladen-Produktionsgeländes hatte eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von jungen Kinoenthusiasten einen Raum okkupiert, um an einem langen Abend mit vielen kurzen Filmen den Startschuss für eine Kino-Revolution in Hannover zu geben. Der 16mm-Projektor war geliehen, projiziert wurde auf eine schnell zuvor geweißelte Wand. Die Zeichen der Zeit standen nicht unbedingt gut für Kultur, dennoch schien vielen vieles noch möglich. Eigeninitiative war ein Wort, das damals noch vertraut klang - anders als heute. Dieser Abend mit seinem sehr speziellen Programm erwies sich als der Anfang von etwas, was in seiner Konsequenz wohl keiner der damals Beteiligten vorherzusagen gewagt hätte.

Aus Improvisation wurde über die Jahre eine Institution. Schwer geht uns dieses Wort über die Lippen. Aber 20 Jahre filmkulturelle Beharrlichkeit lassen sich nicht mehr verharmlosen.

Jedoch, darin liegt die Dialektik und Dynamik unseres Kinos, sind wir eine

  Institution der permanenten Improvisation. Mit Erfolg haben wir uns allen gelegentlichen Verlockungen widersetzt, das Kino zu professionalisieren. Und das scheint im Nachhinein gut so, auch wenn die daraus resultierenden Defizite oftmals unsere Arbeit und auch dieZusammenarbeit mit uns erschwerten.

 

von den weitverzweigten Kontakten, deren Aufbau und Pflege über die Jahre den ganz spezifischen Charakter unseres Kinos entscheidend mitgeprägt hat, auch über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus.

Mit dem Programmheft, das einmal nicht im schlanken Hochformat vorliegt, leisten wir Euch und uns nicht nur optisch zu unserem 20-jährigen etwas ganz Besonderes. Denn auch bei der Filmauswahl haben wir in die Vollen gegriffen. Unterstützt haben uns dabei vier Gratulanten aus Berlin, Köln, München und Brüssel. Zwei Kinomonate voller Magie, voller Höhepunkte und mit vielen, vielen Gästen sind das Ergebnis. Was verdient hervorgehoben zu werden? Wir meinen: alles!

Nun liegt es an Euch, den Versuchungen von warmen Mai-Abenden im Freien oder von Sportereignissen vor der häuslichen Glotze zu widerstehen. Und stattdessen unsere dunkle Höhle aufzusuchen, zum Zweck der kinematischen Erleuchtung. Wir jedenfalls geben in diesen zwei Monaten unser Bestes und würden das sehr gerne mit Euch teilen!

Euer Kino-Kollektiv



Noch immer gilt: Bei uns wird aus reiner Leidenschaft für das Kino gearbeitet, keiner verdient auch nur einen Cent dabei. Nur so können wir uns von kommerziellen Erwägungen und Zwängen weitgehend freihalten.

Inzwischen hat unser Kino seinen Platz gefunden. Nicht nur in Hannovers Kulturszene. Unser Jubiläumsprogramm mag einen Eindruck vermitteln

 


Abspann

Für die Förderung unseres Jubiläumsprogrammes danken wir:

dem Kulturbüro der Stadt Hannover
dem Instituto Cervantes, Bremen (Portabella/Santos-Programm)
und allen Anzeigenkunden
Wir bitten um gebührende Kenntnisnahme unserer neuen audiovisuellen Aufrüstung (Leinwand und Lautsprecher), gefördert von
nordmedia Fonds GmbH
HannoverStiftung, Stiftung der Sparkasse Hannover
 
Eintrittspreise:
Abendveranstaltung: 4,50 Euro
Stummfilmabend: 6 Euro
Familiensonntag: 2 Euro für Kinder und Erwachsene
Die Teilnahme am Kolloquium mit Pere Portabella und Carles Santos ist frei, ebenso der Besuch des Konzertes von Carles Santos in der Alten Grammophon!
 
Unser Dank für Rat, Hilfe, moralische oder tatkräftige Unterstützung bei der Realisierung des Programmes geht an:

Karl Winter und Stefanie Schulte Strathaus (Freunde der Deutschen Kinemathek / Kino Arsenal, Berlin)

Leo Schönecker

Dunja Bialas, Bernd Brehmer und allen anderen vom Werkstattkino München

Julie Sandor und allen anderen vom Cinéma Nova, Brüssel

Pere Portabella

Carles Santos

Peter Lilienthal

Dagie Brundert und Gabriele Kahnert

Films 59, Barcelona

Filmoteca de Valencia

Michaela Wöll (Flying Moon Filmproduktion, Berlin)

Claudia Rudolph (Bavaria Film)

Pertti Veijalainen und Maarit Mononen (Illume Ltd, Helsinki)

Peripher Filmverleih

Duscha Kistler (Fantoche)

Jochen Kuhn

Thomas Tielsch

Ralf-Peter Post (Scharniertheater)

Carola Piepenbring-Thomas

Hille Köhne

Torsten Gladrow (Kinos am Raschplatz)

Rote Aktion Kornstraße, RAK

Ulrike Schöller und Jörg Hufschmidt (Atelier Grammophon)

Stephan Meier (Musik für heute e.V.)

Dr. Proll

Akzent-Druck

Jens Schwarzburg

Der Muffin Mann

Roland Rathay

Sturmglocke

Tobias Hickethier

Kerstin Heil

Elena Brauer

Petra Küsters

Franzi

Wallo

und alle weiteren Helferinnen und Helfer vom Sprengel ...

Ein ganz besonderes Dankeschön an Meike Schröder für ihren unermüdlichen Einsatz!